Samstag, 12. September 2015

Montag, 7. September 2015

Lindau. Am Ziel.

Lindau. Am Ziel.

Nach 1.285 km auf dem Fahrrad bin ich schließlich in Lindau angekommen. Meine Tour führte mich von Binz über Stralsund, die Mecklenburgische Seenplatte, Rheinsberg, Oranienburg, Potsdam, Wittenberg, Leipzig, Weimar, Erfurt, Ilmenau, Coburg, Bamberg, Nürnberg, Weißenburg, Donauwörth, Ulm und Memmingen nach Lindau.

Eine schöne Tour. Vielleicht einerseits etwas unspektakulär, weil vieles schon bekannt war, und es dann doch etwas anderes ist, ob man in Deutschland oder im Ausland eine Radtour macht.

Andererseits habe ich viele Gegenden kennengelernt, die ich vorher noch nicht kannte, wie zum Beispiel Vorpommern oder die Mecklenburgische Seenplatte.

Auf jeden Fall kann man sagen, dass Radfahren in Deutschland Spaß macht: Alles ist top-organisiert, man fährt fast nur auf bestens ausgeschilderten Radwegen und braucht sich um den Verkehr keine Sorgen zu machen. Und gutes Essen gibt es sowieso überall.

Schön war es, die verschiedenen Eigenarten der jeweiligen Regionen kennen zu lernen: die Sprache, das Essen, die Menschen.

Es hat sich gelohnt.

Sonntag, 6. September 2015

Regenstopp an einer Bushaltestelle

Tag 20: Memmingen - Lindau, 84 km

Die letzte Etappe.

Heute war es nochmal eine richtige Herausforderung: einerseits wegen der Stecke - 84 km mit viel Bergauf und Bergab - vor allem aber wegen des Wetters.

Als ich losfuhr waren es gerade mal 8 Grad. Die Temperatur hat sich bis zum Nachmittag nur auf 12 Grad erhöht. Hinzu kam immer wieder Regen. Es hat eigentlich 3/4 der Strecke geregnet. Und das bei den Temperaturen - das ist nicht angenehm. Auch wenn mir innerlich vom Fahren warm war, so waren meine Arme eiskalt. Hinzu kam Kondenswasser von innen und Niederschlag von außen. Erst 6 km vor Lindau ist der Himmel aufgerissen und die Sonne kam mal raus.

Heute ging es durch das Allgäu. Es war alles da: saftige Wiesen, braune Kühe mit Kuhglocken, blumenbehangene Häuser... Nur das Wetter war nicht Postkarten-konform. Und es gab auch kein Alpenpanorama.

Samstag, 5. September 2015

Ha noi

Karstadt

Memmingen

Hm. Eigentlich ganz hübsch, aber trotzdem ein bisschen seltsam. Das Stadtbild ist uneinheitlich, sowohl was die Gebäude, als auch die Menschen betrifft.

Es gibt einige alte Patrizierhäuser, dazwischen aber Bausünden aus den Siebzigern oder Gebäude, die leerstehen und wo es fast wie in der DDR aussieht. Karstadt ist hässlicher, als in Darmstadt - und das will was heißen...

Aus tiefergelegten BMWs dröhnt türkische Musik, in einem alten Patrizierhaus ist ein India-Palace und es gibt das schwäbisch-vietnamesische "Ha Noi".

Nette Restaurants oder Cafés sind Mangelware. Ich sitze in einem Restaurant mit dem Namen 'Moritz' und esse ein Jägerschnitzel mit Spätzle. Es gibt dort schwäbische Klassiker wie Käsespätzle - und Hamburger. Aus den Lautsprechern klingt die ganze Zeit kubanische Musik, auf einem Monitor läuft Freddie Mercury und es gibt eine große Cocktailkarte.

Also die gesamte Bandbreite.

Kunstraststätte

Endlich wieder im Freistaat

Tag 19: Ulm - Memmingen, 60 km

Vorletzte Etappe. Das Wetter war wieder gut - ich kann mich nicht beschweren. Es war zwar nicht sonderlich warm, aber es hat nicht geregnet und es kam auch immer wieder die Sonne raus.

Die Donau habe ich nun hinter mir gelassen. Heute ging es entlang der Iller Richtung Allgäu - meist rechts von mir der Fluss und links Auenwälder, die wie Urwald wirken. Ansonsten gab es heute eher wenig Abwechslung.

Üblicherweise mache ich nach 2/3 der Strecke eine Mittagsrast. Meist suche ich mir ein Café oder eine Bäckerei und bestelle ein belegtes Brötchen oder ein Kaffeestückchen und einen Kaffee. Zur Not auch mal an einer Tankstelle oder einer Supermarkt-Bäckerei.

Meist hat das auch super geklappt: sehr oft saß ich auf dem schönsten Platz eines Ortes und habe meinen Kaffee geschlürft und meine Mittagspause genossen und den Leuten zugeschaut.

Heute gestaltete sich das aber eher schwierig: die Orte waren nicht so reich gesät. Wenn es einen Ort gab, dann hatte er keine Bäckerei. Oder wenn es eine gab, dann hatte sie schon geschlossen. Wenn es eine Tankstelle gab, dann hatte sie keinen Bistrobereich. Wenn es einen Supermarkt gab, dann hatte er keine angegliederte Bäckerei....

Ich hab wahrscheinlich 1 1/2 Stunden gesucht. Ein netter Kunde einer Raiffeisenbank, der gerade Geld abgehoben hatte, sagte mir: "Noi. Hier gibt's keuni Bäckerei. Da müsset Sie nach Dettinge fohre. I erklär Ihne, wie se da hie komme..."

Er also erklärt. Und dann hat er mich noch gefragt, wohin ich fahre und woher ich komme. Und nach Worten der Bewunderung kam noch die Frage, ob ich meine Reifen schon durchgefahren hätte... ;-) Sehr nett.

Irgendwann tauchte dann ein Schild "Imbiss" auf: eine Metzgerei. Ich durch die offene Tür, doch alles schon dunkel. Doch die Damen waren sehr hilfsbereit. Ein Wurstbrötchen könne ich nicht mehr bekommen: dann müsste sie die Maschine nochmal sauber machen. "Aber ein Brötchen mit Fleischkäse geht noch."

Man nimmt ja, was man kriegen kann ;-)

Freitag, 4. September 2015

Ulm

Viele Grüße aus Vietnam! - Jeder sagt hier "Hanoi"... ;-)

Die Sprache hat sich radikal verändert: in Donauwörth war es noch bayerisch - nun ist schwäbisch. ("Mir kennet alles außer hochdeutsch").

Entsprechend auch das Essen: Gestern hon I a Flädlesuppe und a Schnitzel mit Spätzle gesse. Ha noi.

Ulm ist so groß wie Darmstadt und recht nett. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit.

Alles beherrschend ist das Ulmer Münster, das mit seinem Kirchturm, dem höchsten der Welt, alles überragt. Ansonsten wurde die Stadt im Krieg stark zerstört und glänzt mit 50er-Jahre-Architektur. Einstein ist hier übrigens geboren und hat hier gelebt, bevor er emigrieren musste.

Das Fischerviertel ist ganz anders als der Rest der Stadt: es wirkt wie ein Dorf, hat Fachwerkhäuser und viele Kneipen.

Heute war ich im Museum der Brotkultur. Dort wird die Geschichte des Brotes seit den letzten 3.000 Jahren erklärt. Sehr interessant!

Und nun sitze ich im Kornhäusle - einer Empfehlung, die ich von Lilians Bekannten aus Ulm auf ihrem Geburtstag bekommen habe. Ich trinke einen Brombeermoscht und esse einen Crêpes mit Lammfiletstreifen. Sehr gut! :-)

Donnerstag, 3. September 2015

Erbsensuppe

Wolkenmaschine

Donauradweg

Tag 18: Donauwörth - Ulm, 94 km

Heute bin ich wieder zwei Tagesetappen an einem Tag gefahren. Jetzt bin ich in Baden-Württemberg.

Donauradweg. Der Tag begann neblig. Die Sonne hat sich kaum blicken lassen.

Von der Donau war wenig zu sehen: von den 94 km bin ich vielleicht 5 km an der Donau entlang gefahren - den Rest der Strecke weiter entfernt.

Am Morgen ging es durch das Donau-Ried, vergleichbar mit dem hessischen Ried. Kennzeichnend waren viele, viele Mais- und Weizenfelder. Alles total flach und ländlich.

Dann wurde es industrieller. Ein großes Kraftwerk bestimmte die Landschaft. Eine ganze Zeitlang ging es auf einem Radweg an einer stark befahrenen Bundesstraße entlang. Viele LKWs.

Dann wieder ganz anders: durch ein Naturschutzgebiet. Vollkommene Ruhe und Urwald. Zum Beispiel mannshohe Brennnesseln.

Und dazwischen immer wieder hübsche Orte mit bunt angemalten Häusern und hübschen Marktplätzen. Dazu eine Super-Infrastruktur für Radler. Alles ist darauf eingestellt. Es gibt zum Beispiel Infotafeln an jedem Radweg am Ortseingang, die auf alles Wichtige für den Radler hinweisen. Die Beschilderung ist vorbildlich.

Ich habe einige Radler entgegenkommen sehen. Man grüßt sich.

Mittwoch, 2. September 2015

Außen huy, ...

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Tag 17: Weißenburg - Donauwörth

Nach dem Frühstück in einem Café auf dem Marktplatz von Weißenburg ging es gegen neun Uhr los - am ersten Tag des 'Meteorologischen Herbstes'. Im Gegensatz zu gestern waren es nicht mehr über 30 Grad, sondern nur noch etwas über 20, was zum Radfahren absolut okay ist - zumal die meiste Zeit die Sonne geschienen hat. Von Unwetter keine Spur.

In Treuchtlingen habe ich den Altmühl-Radweg gekreuzt und ihn ein paar Kilometer geradelt. Prompt kamen mir eine ganze Menge Radwanderer entgegen.

Danach ging es auf die Fränkische Alb und ich war wieder vollkommen alleine.

Die Strecke war sehr schön: am kleinen Möhrenbach schlängelte sich der Radweg langsam aber stetig die Höhen hinauf. Der Bach wurde immer schmäler, bis er irgendwann verschwand und ich auf der Höhe der Fränkischen Alb eine gute Fernsicht hatte.

Anschließend ging es wieder bergab zur Donau nach Donauwörth. Heute habe ich den tausendsten Kilometer auf dieser Tour überschritten.

Meteorologischer Herbstanfang

Ich kann's nicht mehr hören: 'Meteorologischer Herbstanfang'.

Die Medien vermiesen einem alles: seit Tagen heißt es nur noch: '... am 1. September ist meteorologischer Herbstanfang und pünktlich dazu ist der Sommer vorbei...'

'Meteorologischer Herbstanfang' - Wer hat sich diesen Blödsinn eigentlich ausgedacht?

Liebe Medien, lieber Einzelhandel:
Für mich ist Herbstanfang immer noch am 21. September und die Weihnachtszeit beginnt am 1. Advent - auch wenn Ihr meint, im Hochsommer Bekleidung für den Winter in die Schaufenster stellen und Lebkuchen in den Supermärkten anbieten zu müssen.

Heute ist ein wunderschöner Sommertag. Meine Erappe fahre ich wie gehabt in kurzen Hosen und Flip-Flops. Von den angekündigten großen Unwettern mit Starkregen und Temperatursturz keine Spur.

Wenn Ihr nur nicht immer so übertreiben würdet...!

Dienstag, 1. September 2015

Liest das hier jemand?

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Weißenburg in Bayern

Nettes kleines Städtchen mit einem historischen Ortskern und vielen Cafés.

Schafe überall ;-)

Fränkisches Seenland

Frühstück

Heute gab's mal ein kleines Frühstück beim Bäcker, anstatt für 15 EUR im Hotel.

Tag 16: Nürnberg - Weißenburg, 65 km

Nachdem ich gestern abend die Umgegend meines Hotels näher wahrgenommen habe, habe ich mich kurzerhand entschlossen, das Fahrrad nicht in der öffentlich-zugänglichen Tiefgarage unter dem Hotel zu parken, sondern mit aufs Zimmer zu nehmen.

Das ging ganz gut, weil es einen Aufzug von der Tiefgarage in die Stockwerke gibt und ich nicht an der Rezeption vorbei musste...

Am Morgen hatte das den Vorteil, dass ich das Fahrrad schon auf dem Zimmer packen konnte. Die Leute im Aufzug dann haben zwar komisch geguckt, aber das war mir dann auch egal...

Die Tour heute ging zunächst noch ein Stück am Main-Donau-Kanal entlang und später dann durch das Tal der Rednitz und das fränkische Seenland.

Es war sehr abwechslungsreich. Highlight war der Brombachsee: ein großer Stausee, in dem man Baden kann und es alle Infrastruktur für Ausflüge etc. gibt.

Heute habe ich mich beeilt, denn ab mittag war die große Kaltfront mit Gewitter und heftigen Regenfällen avisiert. Bis jetzt, 16 Uhr, gab es aber noch keinen Tropfen.

Nürnberg

Mein Hotel (Holiday Inn!) ist mitten im Rotlichtviertel: nur drei Häuser weiter sitzen die leicht-bekleideten Damen in den rot beleuchteten Schaufenstern.

Und was für Geschosse: die Silikonindustrie hat hier alles gegeben. Prall bis zum Platzen.

Dass Frauen wie Ware in den Schaufenstern sitzen, habe ich bisher nur in Amsterdam und auf St. Pauli gesehen. Hätte nicht gedacht, dass es so was in Nürnberg gibt. Entsprechend passend ist das Publikum rund um das Hotel...

Montag, 31. August 2015

Da war wohl jemand besoffen, ...

... als er diesen Radweg geplant hat... ;-)

Der einzige Passagier

Über die Pegnitz gab es heute eine kleine Fähre, bei der ich der einzige Passagier war.

Als ich ankam, sass der Fährmann - ein verschrobener älterer unrasierter Typ mit dicker Brille - mit seiner Zigarette vor seinem Fährhäuschen und schaute in die Weltgeschichte. Kein anderer Mensch weit und breit.

Ich also zu ihm hin und gefragt, ob denn die Fähre heute morgen fährt. Er daraufhin: 'Ja. Ich komm.'

Er also aufgestanden und ich mein Fahrrad auf die Fähre geschoben. Dann hat er seine Fähre losgemacht und los gings. Ohne Motor: die Fähre hängt nur an einem Seil und wird quasi durch die Strömung auf die andere Seite getrieben.

Die Pegnitz ist nicht breit - die Überfahrt dauerte nur ein paar Minuten. Ein Euro sollte es kosten - ich hab ihm schließlich zwei gegeben.

Ein Wunder, dass es so was noch gibt...!

An der Pegnitz

Tag 15: Bamberg - Nürnberg, 71 km

Bezeichnendes Bild heute war der Main-Donau-Kanal, an dem ich die meiste Zeit entlang gefahren bin. Außerdem die Pegnitz, die ja auch durch Bamberg fließt.

Aus Bamberg heraus habe ich sicherlich eine Dreiviertelstunde gebraucht. Nicht, weil es besonders schwierig oder verkehrsreich gewesen wäre, sondern wegen der vielen nötigen Fotostopps ;-)

Ansonsten war es heute wahnsinnig heiß: 35 Grad, und überall heißt es: 'der wahrscheinlich letzte heiße Sommertag'. Mal sehen, wie es weitergeht.

Auf jeden Fall stieg der Flüssigkeitsverbrauch heute auf Rekordniveau.

Flüchtlinge: das Hauptthema im Radio und im Fernsehen

Bamberg

Bamberg

Die Obere und Untere Brücke in Bamberg sind sicherlich einer der schönsten Orte auf dieser Tour und in Deutschland überhaupt, um einen heißen Sommertag in phantastischer Atmosphäre ausklingen zu lassen. Einfach wunderbar!

Die jungen Leute sitzen oder stehen mit ihrem Getränk vor den Kneipen und es ist fast eine Atmosphäre wie in Madrid.

Bamberg gefällt mir immer wieder gut: es gibt eine gesunde Mischung aus touristischen Attraktionen und normalem Stadtleben, und es gibt durch die vielen Studenten eine gute Mischung aus jung und alt.

Bamberg ist sicherlich ein Highlight dieser Tour!