Heute hatte ich einen Tag frei und hab mir Leipzig angeschaut.
Ich habe ein Hotel direkt am Bachmuseum und schaue auf die Thomaskirche (wo der Thomanerchor heimisch ist) und das Bachdenkmal.
Aus der Stadt werde ich noch nicht so recht schlau: Wenn man so durch die Straßen läuft, hat man den Eindruck, es handle sich um eine sehr gebildete Stadt. Es ist die Stadt der Komponisten, die Leute besuchen klassische Konzerte und die Buchhandlungen haben Auslagen zu Musik und Geschichte.
Die typischen tätowierten und gepiercten Plattenbaubewohner sieht man hingegen kaum.
Der Eindruck ändert sich aber sofort, wenn einer den Mund aufmacht und dieser unsägliche sächsische Dialekt herauskommt. Dann ist bei mir leider sofort die Assoziation da mit 'Ausländer raus'-Geschrei und 'Deutschland den Deutschen'-Rufen.
Am Mittag saß ich auf einer Bank in der Innenstadt. Ich hörte einem Bläser-Quartett zu, die Werke von Bach spielten. Neben mir saßen drei Damen, die sich zunächst darüber unterhielten, woher wohl der Trompeter sei. 'Wahrscheinlich Mongole oder so was'. - Und dann ging es los: 'es kommen immer mehr', 'bald sieht es überall so aus', 'die kriegen alles nachgeschmissen' und so weiter, und so fort. Natürlich im sächsischen Dialekt.
Es ist kaum vorstellbar, dass Bach wahrscheinlich auch sächsisch gesprochen hat. Die Sprache passt einfach besser zu Neonazis, als zu Kunst und Musik...

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